18.4.2018

Presseinfo

18.4.18
Bündnis Auen-Nationalpark zu Regierungserklärung Ministerpräsident Söder: Engagement für Tafelsilber Bayerischer Natur geht weiter - alle Nationalparke erst viele Jahre nach erstem Vorschlag gegründet - Ersatzmaßnahmen wie Naturparke wenig überzeugend. Bereits über 2000 Unterstützer, darunter mehrere hundert namentlich veröffentlichte.

Bündnis Auennationalpark

München, 18.4.2018. Das Bündnis Auen-Nationalpark aus den Naturschutzorganisationen Bund Naturschutz e.V., Landesbund für Vogelschutz e.V., Gregor Louisoder Umweltstiftung sowie zahlreichen Bürgern und Unterstützern vor Ort  (www.pro-auennationalpark.de ) wird sich auch nach der heutigen Aussage von Ministerpräsident Dr. Söder intensiv für den Schutz dieses Tafelsilbers der Bayerischen Natur einsetzen. Dazu sind in den nächsten Monaten umfangreiche Projektaktivitäten geplant. "Wir sammeln so lange Unterschriften, bis es einen Nationalpark gibt". Die von ihm angekündigten Aktivitäten im Bereich Naturparke können einen Nationalpark nicht mal ansatzweise ersetzen. Dazu Claus Obermeier als Vertreter des Bündnisses heute: „Aus einer bayernweiten Umfrage von Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz (siehe Presseinfo LBV/BN 12.3.18) wissen wir, dass die große Mehrheit der Bevölkerung einen weiteren Nationalpark will. Ein Auen- Nationalpark ist Garant für längst überfällige Fortschritte im Naturschutz in Bayern: Er bindet im großen Stil schädliche Klimagase und hilft, Hochwasser zu reduzieren. Vor allem aber bietet er erholungsuchenden Menschen, bedrohten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum in einer ansonsten fast flächendeckend von intensiver Land- und Forstwirtschaft und ausufernden Gewerbegebieten geprägten Landschaft."

Die in den letzten Jahren neu gegründeten Nationalparke Deutschlands zeigen, dass es sich lohnt, sich für neue Wildnisschutzgebiete zu engagieren. Bei allen heute als Erfolgsstory für Mensch und Natur gefeierten Nationalparken dauerte es viele Jahre vom Vorschlag bis zur Gründung und es mussten zahlreiche Blockaden überwunden werden. Die Kernbereiche eines Auen-Nationalparks sind die großen zusammenhängenden Auwälder der Donau zwischen Lechmündung und Ingolstadt bzw. der Isar zwischen Freising und Bruckberg. Kernbereiche sind auch die freifließende Donau unterhalb Vohburg mit Weltenburger Enge und die renaturierte Mittlere Isar. Hier findet sich ein enorm hoher Arten- und Lebensraumreichtum sowie zahlreiche charakteristische und auch sehr seltene Arten. Die vorgeschlagenen Auen sind als Nationalpark besonders geeignet: Die in der Diskussion befindliche Kulisse ist zu einem großen Anteil bereits als Natura 2000-Gebiet ausgewiesen, an der Mittleren Isar und im Bereich der Weltenburger Enge zudem bereits als Naturschutzgebiet. Auch vier besonders wertvolle Naturwaldreservate wären enthalten. Die Kulisse muss die wertvollsten Staatswaldflächen aus rein naturschutzfachlicher Sicht auswählen und alle internationalen Kriterien für einen Nationalpark erfüllen.

Kontakt / Interviews: Claus Obermeier, redaktion@pro-auennationalpark.de, Tel. 089-54212142, Christine Margraf, christine.margraf@bund-naturschutz.de oder die regionalen Ansprechpartner.